Information zur Aussaat von gentechnisch verändertem Mais in der Nähe von Dresden im Mai 2007
Für knapp 570 ha wurde in diesem Jahr in Sachsen der Anbau von gentechnisch verändertem Mais offiziell angemeldet. Insgesamt beabsichtigen neun große Agrarbetriebe in Sachsen den Anbau dieses transgenen Maises. Die Cunnersdorfer Agrargenossenschaft, die Agrargenossenschaffen Radeburg und Dobra gehören dazu — die vorgesehenen Felder befinden sich in den Gemarkungen nördlich von Dresden, etwa Radeburg und Ebersbach. Die Internetseite www.standortregister.de, das offizielle Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittel-sicherheit (BVL), liefert die aktuellen Informationen über die geplanten Standorte.
Sind Ihre Bedenken berechtigt?
Bei vielen Bürgern hat die Sensibilität für Veränderungen der Ökosysteme und die Folgen für nachfolgende Generationen zugenommen. Die langfristigen Auswirkungen transgener Pflanzen auf den Boden, die Bodenorganismen und Nahrungsketten sind nicht geklärt — wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Die für Radeburg und Umland geplante Saatgutsorte MON 810 ist in Österreich, Polen und Ungarn aus ökologischen Gründen nicht zugelassen. Freilandversuche über mehrere Jahre hinweg fehlen. Der Anbau erfolgt flächendeckend ohne Untersuchungen zu Umweltauswirkungen. Resistenzen bei den bekämpften Insekten oder Pflanzen sind nach wissenschaftlichem Konsens nur eine Frage der Zeit.
Landwirte in der Nähe von Genmais-Feldern können nicht mehr sicher sein, ob sie am Ende des Sommers eine gentechnikfreie Ernte einfahren. Die Effekte liegen auf der 1-land: Breitet sich der Gentechnikanbau aus, ist eine schleichende Grundkontamination auch der konventionell oder biologisch angebauten Pflanzen anzunehmen. Die Wahifreiheit der Verbraucher bei Lebensmitteln wäre damit langfristig nicht gewährleistet.
Es lohnt, sich zu engagieren!
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es sich lohnt, sich mit den Menschen, die hinter diesen Vorhaben
stehen in Verbindung zu setzen und sich als Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu engagieren. Auch in
Sachsen gibt es Landwirte, die die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen und nach Gesprächen und Protesten der
Bevölkerung auf den Anbau von transgenem Mais verzichtet haben — das jüngste Beispiel ist der für 2007 geplante
Anbau in Dresden-Eschdorf; dort sind die geplanten 21,9 ha wieder zurückgezogen worden.
Wir laden Sie ein zur Informationsveranstaltung am Montag, 16. April um 19.30 Uhr
im Umweitzentrum Dresden (Dachsaal)
Schützengasse 16/18 (nahe Bahnhof Dresden Miffe)
Auf dem Podium informieren zum Thema:
„Gentechnik auf dem Feld — Hintergründe und Risiken“
Herr Prof. Dr. Knut Schmidtke, Professur Ökologischer Landbau 1-ITW Dresden: Eingangsreferat Grüne Gentechnik
Herr Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer d. Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Die Zukunft der Bauern
Herr Dr. Manfred Probst, Vorwerk Podemus, Landwirt: Erfahrungen eines Biolandwirts
Es lädt ein der Arbeitskreis gentechnikfreie Landschaft Schönfelder Hochland und das Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen; Internet: www.sachsen-gentechnikfrei.de
Rückfragen an:
Milana Müller, Tel.: 035203/31816, Fax 035203/37936 email: koordination©sachsen-gentechnikfrei.de
Torsten Kohl, Tel.: 0351/4943353, Fax: 0351/4943400 email: ed.bewnull@dnalhcoh-seierfkinhcetneg






