12. Mai: Länderübergreifende Protestradtour gegen Gentechnikanbau in Sachsen und Brandenburg von Torgau über Mühlberg nach Elsterwerda

4. Mai 2007

radtourgegengentechnikAn der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen regt sich Protest, denn hier soll es 2007 größere Anbauflächen mit gentechnisch verändertem Mais geben. Da die Auswirkungen auf die Natur noch weitgehend unbekannt sind, laden die Aktionsbündnisse für eine gentechnikfreie Landwirtschaft aus Sachsen und Brandenburg für Sonnabend, den 12. Mai 2007, zu einer gemeinsamen Protestradtour zu den Genmaisfeldern entlang der Landesgrenzen an der mittleren Elbe ein. Die Tourlänge beträgt 60 km bzw. 30 km (Kurzvariante).
Die Radtour startet um 10.15 Uhr am Bahnhof Torgau nach Ankunft der Teilnehmer die mit den Regionalzügen aus Richtung Berlin bzw. Leipzig kommen.
Auf sächsischem Boden werden verschiedene Stationen angefahren, so zwei Biobetriebe in Ostelbien, deren Produkte durch die unkontrollierte Ausbreitung von Pollen und Samen aus dem Genanbau gefährdet werden und ein Versuchsfeld mit Genmaispflanzen der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
Für 14 Uhr ist im brandenburgischen Mühlberg eine gemeinsame Andacht zum Erhalt der Schöpfung von Radtourteilnehmern und Mitgliedern der Mühlberger Kirchgemeinde geplant. Anschließend gibt es einen gentechnikfreien Imbiss. Danach geht es zu einem Genmaisfeld von 28 ha Größe in der Nähe von Reichenhain, südlich von Bad Liebenwerda. Hier werden symbolisch Warnschilder „Vorsicht Gentechnik!“ aufgestellt. Derzeitig ist der Anbauer nicht verpflichtet, Genfelder zu kennzeichnen, obwohl 80% der Verbraucher die Anwendung von Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln ablehnen.
„Gentechnisch veränderte Pollen und Samen machen nicht an Grenzen halt, weder an Grenzen von Feldern, noch von Bundesländern oder Naturschutzgebieten. Darauf wollen wir mit unserer Radtour aufmerksam machen“, sagt Urte Grauwinkel vom Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen – eine der Organisatorinnen der Tour. Die Pfarrerin der Mühlberger Kirchgemeinde Kerstin Höpner-Miech begründet ihr Engagement für eine gentechnikfreie Landwirtschaft so: „Die Folgen für die Artenvielfalt und für andere Lebewesen sind bisher nicht ausreichend bekannt. Genetisch veränderte Organismen gehören darum noch nicht auf den Acker.“

Und Mitorganisatorin Carolin Steinmetzer-Mann, Abgeordnete der Linkspartei im Brandenburger Landtag, ergänzt: „Und weil der Gentechnikanbau ein so gravierendes, grenzüberschreitendes Problem ist, müssen wir auch den Widerstand dagegen grenzübergreifend organisieren – etwa mit dieser länderübergreifenden Radtour.“

Weitere Informationen zur Radtour gibt es im Internet unter:

www.sachsen-gentechnikfrei.de ; www.gentechnikfreies-brandenburg.de

sowie telefonisch unter:

0341-3065381 (Urte Grauwinkel; Ökolöwe – Umweltbund Leipzig)

0151-14420487 (René Schuster; Mitarbeiter von MdL Carolin Steinmetzer-Mann)

Während der Radtour sind wir wie folgt zu erreichen Rainer Totzke 0163-4678832