Bäumchen und sagenhafte 2300 Unterschriften als starke Symbole gegen Raubbau

1. Oktober 2009

Foto: Agentur Landleben Cavertitz/Thomas Barth

Die Liebschützer Mühle in Nordsachsen hat am 20. September die perfekte Kulisse für eine symbolträchtige Sonntagsaktion geboten: Der Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz hatte sich entschieden, einen Apfelbaum an einem besonderen Ort zu pflanzen.

Bürgermeister, Politiker und Christen setzten das Bäumchen gemeinsam auf dem Berg direkt neben der Mühle in die Erde. Seit mehr als 18 Jahren ist der geschützte Höhenzug Liebschützberg von Gesteinsabbau bedroht. Auch der Cavertitzer Berg gleich nebenan steht auf der Abbauliste. Zwei Bürgerinitiativen kämpfen – auch mit Hilfe der GRÜNEN LIGA Sachsen – für den Erhalt beider Berge.
Für den Bornaer Pfarrer Jochen Kinder ist dieses Bäumchen Sinnbild des Lebens, der Lebensfreude und Hoffnung zugleich. Er solle Zeichen sein: »für die vielen Menschen, die sich engagieren, die sich ehrenamtlich einbringen, die gemeinsam mit anderen etwas bewegen wollen. Hier soll die Natur bewahrt werden, soll es keine Zerstörung auf Kosten von Menschen, Tieren und Natur geben. So lange nun schon wehren sich die Menschen dagegen, oft zwischen Hoffen und Bangen. Da ist dieser Baum ein starkes Zeichen. Wir wollen und erhoffen ein Ende der Gesteinsabbaupläne«.

Ganz tatkräftig haben auch Hunderte Besucher die Bürgerinitiativen gegen Gesteinsabbau am Liebschützberg und in Cavertitz unterstützt. Sie spendeten Geld für die Tombola und unterschrieben die Massenpetition. Mehr als 500 Unterschriften kamen allein beim Volksfest zusammen. Das Liebschützbergfest bildete den offiziellen Abschluss einer sechswöchigen Sammelaktion. Das Ziel der Bürgerinitiativen wurde über die Maßen erfüllt. Sagenhafte 2300 Unterschriften aus ganz Sachsen sind zusammen gekommen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit 200 bis 300 Unterschriften gerechnet. Aber Zuschriften kamen von überall her aus den Dörfern rund um Liebschützberg und Cavertitz, aus Oschatz, Riesa, Dresden, Leipzig. »Post erreichte uns sogar aus dem Vogtland und den alten Bundesländern. Daran kann man sehen, dass den Menschen ihre Heimat wichtig ist, auch wenn sie mittlerweile woanders leben«, sagte Thomas Barth von der Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau Cavertitz/Laas. Im Oktober soll die Massenpetition dem Sächsischen Landtag übergeben werden. Der Termin dafür hängt vom neuen Landtag ab. Wenn er sich zusammengefunden hat, müssen die Arbeitsausschüsse besetzt werden. Sobald der Petitionsausschuss seine Arbeit aufnimmt, wollen die Bürgerinitiativen das Bürgeranliegen einreichen und darauf dringen, dass die Staatsregierung überprüft, ob ein Gesteinsabbau nach so vielen Jahren der Verzögerung und Fristüberschreitungen überhaupt noch rechtmäßig ist.

Informationen der BI gegen Gesteinsabbau unter Tel. (034363) 50675
und im Internet unter: www.bi-gesteinsabbau-cavertitz.de »

Foto: Agentur Landleben Cavertitz/Thomas Barth