Mit dem Rad am Stau vorbei

19. Juli 2010

adfc1In Dresden wird in den nächsten Wochen an einigen Knotenpunkten des Autoverkehrs gebaut. Neben dem Pirnaischen Platz wird es auch auf der Bautzner, der Dohnaer und der Tharandter Straße für Autos sehr eng zugehen. Der Leiter des Tiefbauamtes erwartet erhebliche Stauungen. Mit dem Auto wird man kaum noch zügig durch die Stadt kommen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club empfiehlt deshalb allen Autofahrern: Holen Sie Ihr Rad aus dem Keller und fahren Sie am Stau vorbei. Nebenbei ist das noch gut für die Gesundheit und spart Kosten für Benzin. “Jede zweite Fahrt mit dem Auto ist kürzer als drei Kilometer. Für solche Strecken kann man locker das Rad nehmen”, sagt Konrad Gähler vom ADFC.


Sehr geehrte Damen und Herren,

soeben habe ich von einer dpa-Meldung zu Unfällen mit Radfahrern erfahren. Schön, dass das Thema Radfahren dieses Jahr soviel Echo findet. Unschön aber, dass die dpa schlecht recherchiert. Die Meldung der dpa suggeriert, Radfahrer seien an den meisten Unfällen selbst schuld.

Die Unfallstatistik der Stadt Dresden, die dem ADFC vorliegt, spricht eine andere Sprache: Bei Unfällen zwischen Fahrrädern und Autos hatten im letzten Jahr nur in 33% der Fälle Radfahrer die Schuld. Bei Unfällen mit PKW-Beteiligung sind mit einem Anteil von 67% jedoch wesentlich öfter die Autofahrer schuld. „Abbiegende Autofahrer, die Radfahrern auf dem Radweg die Vorfahrt nehmen, sind die Hauptverursacher von Fahrradunfällen in Dresden“ sagt Konrad Gähler vom ADFC Dresden. Das liegt sehr oft an schlechter Infrastruktur: „Auf vielen Radwegen befinden sich Radfahrer nicht im Sichtfeld der Autos. Unfälle mit Abbiegern sind die Folge. Die baulichen Mängel vieler Radwege sind der Stadt schon lange bekannt. Eine sichere Fahrrad-Infrastruktur kostet allerdings Geld, was die Politiker im Rathaus nicht bereitstellen wollen. Jedes Jahr stehen dem Radverkehr in Dresden unter 1 Million Euro zur Verfügung. Mindestens 2,5 Millionen wären jährlich nötig, um die Fehler der Vergangenheit nach und nach zu korrigieren.”

Die Polizei sollte endlich auch das Fehlverhalten vieler Autofahrer kontrollieren. Immer wieder wollen Autofahrer die Radfahrer durch Drängeln erziehen und viele beachten einfachste Vorfahrtsregeln nicht.

In Dresden mögen sich die Unfälle zwischen 2001 und 2009 fast verdoppelt haben. Fakt ist aber auch, dass seit Jahren die Anzahl der verunfallten Radfahrer weniger stark ansteigt, als der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr. Durch die erhöhte Präsenz der Radfahrer sinkt also statistisch das Unfallrisiko jedes einzelnen Radfahrers. „Je mehr Menschen Rad fahren, desto sicherer wird der Verkehr insgesamt. Besonders deutlich zeigt sich das in Holland, wo das Unfallrisiko nur ein Fünftel so hoch ist, wie hier.” sagt Konrad Gähler vom ADFC.

Lesen Sie zur Sicherheit von Radfahrern in Dresden auch: ADFC protestiert: In den nächsten fünf Jahren werden nur 6% der gefährlichen Kreuzungen entschärft

Kontakt

Konrad Gähler, ADFC Dresden
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Dresden e. V.
Bischofsweg 38
01099 Dresden

Telefon: 0172-4957890

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