Umweltlernen
Vom Wissen zum Handeln – Umwelterziehung ist eine wichtige Aufgabe
Als Mitglieder einer industriellen Gesellschaft haben wir teil an einer Lebens- und Wirtschaftsweise, bei der die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde in Kauf genommen wird. Die Entfremdung von den natürlichen Lebensprozessen und -kreisläufen hat zur Folge, daß die Zugehörigkeit zur Natur – der Grundlage menschlichen Daseins – nicht mehr wahrgenommen wird.
Dies bedeutet gleichzeitig, die Handlungsfolgen aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig geht das in Generationen überlieferte Wissen und viele unterbewußte Menschheitserfahrungen verloren [...]
Voraussetzung für kompetente Einmischung und Entscheidung ist die Kenntnis über Fakten und Zusammenhänge und die Fähigkeit, diese zu beurteilen und Alternativen zu entwickeln. Kontinuierliche Information und Bildung, die gemeinschaftliche Erfahrung und die Wiedererweckung der Sinne müssen deshalb umfassend, breit und fortwährend aktiv gefördert und betrieben werden, Umwelterziehung übernimmt hierbei eine wichtige Funktion. Die GRÜNE LIGA sieht die Umwelterziehung als eine ihrer Handlungsmöglichkeiten an, um sowohl Kinder als auch Erwachsene mit kreativen und unkonventionellen Methoden für ökologische Belange zu sensibilisieren und zum Handeln anzuregen.
»Für den einzelnen und die Menschheit insgesamt sind die Beziehungen zur Umwelt zu einer Existenzfrage geworden. Es gehört daher auch zu
den Aufgaben der Schule, bei jungen Menschen das Bewusstsein für Umweltfragen zu erzeugen, die Bereitschaft für den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt zu fördern und zu einem umweltbewussten Verhalten zu erziehen, das über die Schulzeit hinaus wirksam bleibt.«
Im Kontext mit anderen Umweltverbänden betätigt sich die GRÜNE LIGA in den neuen Bundesländern im Bereich der Umwelterziehung. Viele kleine und große Projekte wurden in den vergangenen Jahren initiiert.
Inzwischen liegen viele Programme, Konzepte, Modelle, methodologische Ansätze vor, wurden Materialien entwickelt, haben themenorientierte Einheiten Einzug in Schulbücher gehalten, wurden Lehrer fortgebildet [...]
Das heißt jedoch nicht, dass inhaltliche Begriffsbestimmungen und auch
die Formierung von Umwelterziehung abgeschlossen sind. Sie erfahren laufend Ergänzungen, befinden sich im Wandel. Gleichzeitig ist die praktische Arbeit nicht selten Rückschlägen ausgesetzt, z.B. durch unsichere Finanzierungen.
Umwelterziehung ist ein ständiger Lernprozeß, der ganzheitlich als Konsens biologischer, physikalischer, sozialer, ökonomischer und kultureller Faktoren erlebbar wird. Umwelterziehung ist interdisziplinär,
um der Spannweite von Umweltproblemen und deren Ursachenvielfalt gerecht zu werden, und wendet sich an alle Mitglieder einer Gemeinschaft unter Beachtung der Bedürfnisse, Interessen und Neigungen der verschiedenen Altersgruppen und gesellschaftlichen Gruppierungen.
Umwelterziehung muß sich dem unterschiedlichen sozioökonomischen und kulturellen Umfeld und den unterschiedlichen Lebensbedingungen anpassen. Die Modelle zur Untergliederung von Umwelterziehung sind vielfältig, die Einteilung in schulische und außerschulische Umwelterziehung ist dabei eine Möglichkeit.






