Nicht immer ist grün grün (Update)

8. Dezember 2009

Unter diesem Motto demonstrierten rund 30 Mitglieder des BUND Landesverband Sachsen e.V., des GRÜNE LIGA Sachsen e.V. , des Naturschutzverband Sachsen (NaSa) e.V. und der Bürgerinitiative gegen Gewässerverbauung.

Anlaß war der 3. Klimakongress im Dresdner Theater Wechselbad. Die Demonstration richtet sich gegen die aktuelle Position von Bündnis 90/Die Grünen zur Wasserkraftpolitik, die nach einer von Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegebenen Studie des des VVE e.V. veröffentlicht wurde.

Für Bündnis 90/Die Grünen ist der Strom aus den Wasserkraftanlagen der sächsischen Mittelgebirgsflüsse fester Bestandteil ihres Programms der erneuerbaren Energien. Deshalb werben sie auch mit dem ökonomisch unbedeutenden Strombeitrag von 1,5%, den die kleine Wasserkraft in Sachsen leistet, für die Grüne Ausbaustudie 2020. Für diesen vergleichsweise geringen Beitrag nehmen die Grünen in Kauf, daß ausnahmslos alle sächsischen Mittelgebirgsflüsse durch Wehre angestaut und zu Turbinen ausgeleitet werden.

Derzeit laufen in Sachsen 314 Wasserkraftanlagen. Geht man davon aus, dass jede dieser Anlagen den betroffenen Fluss durchschnittlich auf 200 m anstaut und 500 m zur Turbine ausleitet, ergibt dies eine beeinträchtigte Gesamtlänge von fast 220 km. Der sächsiche Lauf der Elbe ist im Vergleich dazu ca. 180 km lang.

Einer Partei, die sich auch und insbesondere den Naturschutz auf die Fahne geschrieben hat, ist es unwürdig, ökologisch und ökonomisch unsinnige Projekte der Gewässervernutzung zu unterstützen.

Alle Bekundungen von Bündis 90/Die Grünen zum Erhalt naturnaher Fließgewässer bleiben solange substanzlose Lippenbekenntnisse, wie diese Partei den Strom aus kleiner Wasserkraft als Bestandteil ihres Klimaprogramms propagiert.