Glücksbringer Rauchschwalbe wird immer seltener

1. Juli 2011

Naturschutzverbände werden am Überwinterungsplatz in Nigeria aktiv

„Die Rauchschwalbe ist in den letzten Jahren immer seltener geworden. Das hat vordergründig mit der Intensivierung der Landwirtschaft, verbunden mit einem Rückgang der kleinbäuerlichen Tierhaltung zu tun.“, so Tomas Brückmann, Artenschutzexperte der GRÜNEN LIGA. Nach Angaben des Sächsischen Umweltministeriums hat sich in den letzten 30 Jahren der Brutbestand der Rauchschwalbe in Sachsen um zwei Drittel reduziert. „Aber nicht nur in unseren Breiten liegen die Ursachen für den Rückgang der Art. Auch Lebensraumveränderungen an ihrem Überwinterungsplatz in Afrika gefährden die Rauchschwalbe. Hier möchten wir künftig tätig werden.“, erläutert Brückmann.

Rauchschwalben brüten in Mitteleuropa, verbringen den Winter aber in Afrika, südlich des Äquators. In Südostnigeria wurde der bislang größte bekannte Überwinterungsplatz der Art gefunden. Doch Rauchschwalben werden im ländlichen Raum Nigerias traditionell als Proteinquelle genutzt. Jährlich müssen 10.000 bis 20.000 Schwalben für die menschliche Ernährung ihr Leben lassen. Die GRÜNE LIGA will mit ihrem regionalen Netzwerkpartner Ökolöwe nun ein Artenschutzprojekt am Überwinterungsplatz der Rauchschwalben in Ebakken, Südost-Nigeria, aufbauen. Gemeinsam mit der italienischen Naturschutzorganisation CIBELE sind fünf konkrete Maßnahmen geplant.

1. Im Vordergrund steht die Hilfe beim Aufbau von Schneckenfarmen als Proteinalternative zum Schwalbenfleisch.
2. Zudem wird die Landnutzung unterstützt, um die Lebensraumverluste durch Brandrodung zu minimieren.
3. Es werden Umweltbildungsprojekte mit Jugendlichen in Ebakken angestoßen, denn vorrangig junge Menschen fangen Schwalben.
4. Das lokale Tourismusbüro bekommt Hilfe beim Aufbau einer Übernachtungsmöglichkeit, um Touristen die Vogelbeobachtung zu ermöglichen.
5. Durch Öffentlichkeitsarbeit wird bekannt gemacht, wie stark der Überwinterungsplatz der Schwalben bedroht ist.

Für das Schwalbenprojekt sammelt der Ökolöwe ab sofort Spenden. Jeder kleine Betrag zählt: Sparkasse Leipzig, Konto 1121131561, BLZ 86055592.

Rückfragen an:
Britta Grunewald, Natur- und Artenschutz
Telefon: 0341-3065-171
ed.eweolokeonull@ztuhcsrutan

Rauchschwalben in Sachsen in Zahlen:
1978 bis 1982 waren es 60.000 bis 180.000 Brutpaare.
1993 bis 1996 waren es 40.000 bis 120.000 Brutpaare.
Für 2004 bis 2007 werden 25.000 bis 50.000 Brutpaare angegeben.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.oekoloewe.de/rauchschwalben.html
www.rauchschwalben.info
www.animalsandearth.com