Kritik an Feldversuch für Riesen-LKW

19. Oktober 2011

Ökolöwe tritt europäischem Netzwerk ‚No Mega Trucks‘ bei

Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) hat sich vergangene Woche für die Einführung von sogenannten Mega Trucks ausgesprochen. Zukünftig sollen auch auf Sachsens Straßen 25 Meter lange und 60 Tonnen schwere Transportfahrzeuge unterwegs sein. Dies entspricht der Länge von sechs PKW und dem Gewicht von 52 PKW. Sie werden derzeit vor allen Dingen in den dünn besiedelten skandinavischen Ländern eingesetzt und tragen viele Namen, wie Giga Liner, EuroCombi oder Mega Truck. Befürworter nennen sie Lang-LKW und wollen diese auch in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland einführen.

Zu diesem Zweck plant das Bundesverkehrsministerium Anfang 2012 einen Feldversuch, der von den meisten Bundesländern abgelehnt wird. Sachsen wird ausgewählte Strecken freigeben – vorerst aber nur für überlange LKW mit einem Maximalgewicht von 40 Tonnen.

Der Ökolöwe unterstellt Ramsauer und Morlok eine Salamitaktik. „In dem Versuch werden nur ausgewählte Routen von Gewerbegebieten zur Autobahn getestet. Man wird dann leicht zu dem Ergebnis kommen, dass Mega Trucks unproblematisch seien  und einer Zulassung für das gesamte Straßennetz nichts im Wege stünde.“, sagt Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen.

„Es werden zunächst nur LKW mit einem zulässigen Maximalgewicht von 40 Tonnen getestet. Damit soll den Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden, obwohl am Ende klar ist, dass sich nach der endgültigen Zulassung europaweit 60 Tonnen durchsetzen werden. Dies entspricht in etwa dem Maximalgewicht einer Boing 737-300.“, so Supplies weiter.

Die Staatsregierung führt als Argumente für Mega Trucks den Wettbewerbsvorteil für Großspeditionen und sogar den Umwelt- und Klimaschutz ins Feld. Der Ökolöwe macht nun deutlich, dass es keine vernünftigen Gründe für die überlangen, überschweren Fahrzeuge gibt. Sie führen zu gewaltigen Mehrkosten beim Ausbau und Erhalt des Straßennetzes, sind rollende Gefahrenstellen für alle VerkehrsteilnehmerInnen. „Ohne Frage wird das Überholen von LKWs auf einer Bundesstraße wesentlich risikoreicher, wenn diese dann 7 Meter länger als heute sind.“, so Supplies. Zudem treten die Mega Trucks in direkte Konkurrenz zum Schienen-Güterverkehr. Dadurch sorgen sie auch für den Rückgang des deutlich umweltfreundlicheren Eisenbahntransportes.

Aus Sicht des Ökolöwen muss der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene. Die Güterbahnen haben bisher in der EU 27 einen Marktanteil von lediglich 17 Prozent, während etwa in Australien oder den USA schon heute 40 Prozent erreicht werden. Die Verkehrsminister sollten dafür Sorge tragen, dass der Schienengüterverkehr gestärkt wird, anstatt die Partikularinteressen einiger Großspediteure zu bedienen.

Der Ökolöwe hat sich deshalb der europaweiten Kampagne „no mega trucks“ angeschlossen, mit der sich 200 Institutionen mit mehr als 13 Millionen Mitgliedern gegen diesen verkehrspolitischen Irrgang aussprechen.

Weitere Informationen:
www.nomegatrucks.eu
www.oekoloewe.de

Ansprechpartner:
Tino Supplies
Verkehrspolitischer Sprecher
Tel. 0341-3065-370


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