Der Elbtaler startet – wie ist der aktuelle Stand?

14. März 2012

Der Elbtaler geht derzeit in die Pionierphase: Der Start des RegionalAtlas erlaubt Unternehmen der Region, sich zu präsentieren und Endverbrauchern, die regional orientierten Unternehmen in seiner Nähe kennenzulernen. Auf dem RegionalAtlas werden derzeit die ersten Online-Konten für Unternehmen eingerichtet.

 


 

Probelauf für den Elbtaler

Regionalwährung für Dresden ist als bargeldlose Zahlungsalternative gestartet

Von Madeleine Arndt

Sie kommen in bunten Scheinen daher und tragen lyrische Namen wie Sterntaler (Ainring) oder Havelblüte (Potsdam). Laut dem Portal des Regiogeldvereins sind bundesweit 25 lokale Währungen im Umlauf, 35 weitere werden vorbereitet. Auch wenn sie gegenüber dem Euro wie eine Spielerei wirken, die auf bestimmte Gebiete beschränkten Währungen haben ernsthafte Absichten. Als Gegenentwurf zum globalen Handel sollen sie Schwung in die Wirtschaftskreisläufe vor Ort bringen. Seit sieben Jahren bastelt der Förderverein Elbtaler e.V. am Regiogeld für Dresden und Umland. Der geplante Elbtaler hat jetzt den ersten entscheidenden Schritt von der Vision am Reißbrett in die Praxis geschafft. „Ab sofort ist der bargeldlose Zahlungsverkehr möglich“, verkündet Norbert Rost.

Der Wirtschaftsinformatiker hat dafür in den vergangenen zwei Jahren eine Internet-Plattform programmiert. Ja man habe lange auf den Startschuss warten müssen, gibt der 35-Jährige zu. Aber da der Elbtaler ein rein ehrenamtliches Projekt von wenigen Unternehmern ist, brauchte es seine Zeit.Doch jetzt wird es greifbar: 28 Firmen aus Dresden, Meißen, Tharandt und Dippoldiswalde sind mittlerweile der neuen Währung beigetreten, darunter ein Taxibetrieb, eine Physiotherapie, ein Einrichtungshaus, eine Kneipe und ein Ökostromanbieter.

Beim Möbeltischler Thomas Ficke von der Holzwerkstatt 21 in Gorbitz-Nord können beispielsweise 20 Pro- zent der Rechnungssumme mit Elb- talern beglichen werden. „Ich bin daran interessiert, meine Rohstoffe aus der Region zu beziehen. Und ich möchte, dass die Wertschöpfung in der Region verbleibt“, begründet Ficke seine Entscheidung fürs Regio-Geld. Aufträge vor Ort seien ökologisch sinnvoller, sie ersparten lange Transportwege.

Doch es geht nicht nur um die Ökobilanz: „Ziel des Elbtalers ist die regionale Wirtschaftsförderung“, erklärt Rost. Man wolle die Kaufkraft binden, die Wirtschaft vor Ort stärken und hier neue Aufträge generieren. Gerade beim Handwerk wird sehr viel Zeit und Sprit verfahren, weil Firma A nach B und Firma B nach A fährt. „Wir wollen weg von dem elenden Austausch über die Autobahn“, so der Dresdner.

Der Elbtaler ist eine leistungsge- deckte Währung. Das heißt, er wird nicht gegen Euro eingetauscht. Stattdessen hinterlegen die Firmen für ihr Startguthaben Warengutscheine, die in einer Bank deponiert werden. „Das Zahlungssystem ist vertraglich abgesichert“, betont Rost. In der aktuellen Pilotphase ist die Währung nur unter Firmen im Umlauf. Gewerbe können beispielsweise den Elbtaler als Marketingmittel einsetzen, um sich von den großen Einkaufstempeln in der Stadt abzugrenzen. Auf der Plattform www.elbtaler.net kann der Konto-Antrag gestellt werden.

Dass Regiogeld funktionieren kann, zeigt laut Rost der „Chiemgauer“, den es seit 2003 in den bayrischen Landkreisen Rosenheim und Traunstein gibt. Über eine halbe Million „Chiemgauer“ sind als alternatives Zahlungsmittel zwischen fast 600 Unternehmen im Umlauf. Bis die ersten Elbtaler in Dresden über die Ladentheken wandern, wird es wohl noch eine Weile dauern. 50 bis 100 Unternehmen müssen mitmachen, damit sich der Druck der neuen Taler lohnt.

Dresdner Neueste Nachrichten, 14. März 2012

Förderverein Elbtaler e.V.
Fetscherstraße 33
01307 Dresden

Thomas Klemm
Projektentwickler / Betreuung Teilnehmer
Telefon: 0351-4404725

Norbert Rost
Öffentlichkeitsarbeit / Presse / Vorstand
Telefon: 0351-4466069

E-Mail: ed.relatblenull@relatble

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