Großprojekt Elster-Saale-Kanal

22. Mai 2013

oekoloeweÖkolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. bezieht Stellung zur touristischen Potentialanalyse

Der Anschluss des Elster-Saale-Kanals an die Saale zum Zweck der touristischen Nutzung und der Güterschifffahrt ist aus Sicht des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. nicht tragbar. „Eine kritische Auseinandersetzung mit den ökonomischen und ökologischen Aspekten der Potenzialanalyse lässt nur einen Schluss zu: Dieses Projekt ist nicht zu rechtfertigen!“, sagt Florian Wüstneck, Mitarbeiter im Ökolöwen-Projekt Natur- und Artenschutz.

Der Umweltschutzverein hat dazu eine umfangreiche Stellungnahme zur Vorlage an die Leipziger Stadträte erarbeitet. Sie sollen im Juni erstmals darüber abstimmen, ob das Großprojekt Saale-Elster-Kanal politisch gewollt ist und weiter verfolgt werden soll.
Aus Sicht des Naturschutzes ist das Gesamtprojekt strikt abzulehnen. Denn in jedem Fall sind erhebliche Beeinträchtigungen von mehreren europäischen Schutzgebieten (FFH und SPA) zu erwarten. Laut zugrunde liegender FFH- bzw. Vogelschutzrichtlinie gilt für diese generell ein grundsätzliches Verschlechterungsverbot. „Es kann nicht Ziel sein, Gebiete mit strengem Schutzstatus erst auszuweisen, um den Schutz der Biodiversität an diesen Orten später wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen“, kritisiert Wüstneck.

Die Stellungnahme des Ökolöwen zeigt unter anderem auf, dass die Wasserschifffahrtsverwaltung des Bundes keinerlei Interesse an einer Anbindung des Elster-Saale-Kanals an das Bundeswasserstraßennetz zeigt. Nach neuesten Informationen stehen für dieses Projekt keine finanziellen Mittel zur Verfügung, noch weniger für den Bau eines eventuellen Schiffshebewerks.

Zudem muss für den geplanten Kanalausbau auf sächsischer Seite erst klar sein, dass sich das Land Sachsen-Anhalt eindeutig gegen oder für den Durchstich zur Saale positioniert. Denn die meisten Baumaßnahmen für die analysierten Kanalvarianten wären auf sachsen-anhaltinischer Seite nötig. „Solange dort keine belastbaren politischen Entscheidungen und Finanzierungskonzepte vorliegen, ist die Bindung weiterer finanzieller und personeller Ressourcen in Sachsen daher reine Verschwendung“, gibt Florian Wüstneck zu bedenken. Zu den Gesamtkosten im dreistelligen Millionenbereich kommen jährliche Unterhaltungskosten von 1,1 Mio. Euro hinzu.

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