Ökolöwe fordert naturnahe Auendynamik in der Leipziger Nordwestaue – Leipziger Auwald ist von Europäischer Bedeutung

29. Januar 2014

Auwald_Leipzig_3Aktuelle Bauvariante des Nahleauslassbauwerkes trocknet die Aue künstlich aus

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) plant die Sanierung und den Ausbau des Nahleauslassbauwerkes. Kostenpunkt: 3,5 Millionen Euro. Das alte Wehr soll komplett abgerissen werden. Beim anschließenden Neubau will die LTV auf über hundert Metern Länge bis zu 10 Meter tiefe Spundwände in den Auenboden treiben und die alte Wehrschwellenhöhe wieder einbauen.

Ursprünglich beabsichtigten die Wasserbehörden gemäß dem Hochwasserschutzkonzept 2004 „Weiße Elster“ die Wehrschwelle des Nahleauslassbauwerkes abzusenken, um durch Entlastungsflutungen in die Burgaue den Rückstau in die Parthe zu vermeiden. Dadurch wären auch zyklisch verlaufende Flutungen des angrenzenden Naturschutzgebietes in ein teilweise schon vorhandenes Grabensystem und andere tief liegende Auenbereiche möglich.

Das aktuelle Festhalten der LTV an der alten Wehrhöhe ruft seit Jahren den Widerstand der Leipziger Umweltverbände hervor. Der Ökolöwe tritt besonders energisch gegen die sehr kostspielige und künstliche Trockenhaltung des Auwaldes auf.

Dazu sagt Holger Seidemann, Vorstand des Ökolöwen: „Der Ausbau ist eine ökologische Katastrophe. Wenn die alte Lösung mit der starren und hohen Wehrschwelle erst einmal ausgeführt ist, wird das Naturschutzgebiet „Burgaue“ weiter austrocknen. Wir regen zur Gesundung der deutschlandweit einzigartigen Hartholzaue im Leipziger Auwald seit Jahren natürliche Vernässungen an.“

Dass die Burgaue eine natürliche Auendynamik mit häufigen Flutungen und Sedimenten braucht, ist selbst im Sächsischen Umweltministerium unbestritten.

„Die Landestalsperrenverwaltung untersteht direkt dem Umweltministerium von Frank Kupfer. Dieses Ministerium weist in seinem „Handbuch über die Naturschutzgebiete in Sachsen“ auf die Austrocknung der Burgaue hin und fordert deren Wiedervernässung ein!“

„Auch im Hinterland des Nahleauslassbauwerkes sind in einem ordentlichen Verwaltungsverfahren alle Probleme lösbar. Die wenigen wasserempfindlichen Einzelgebäude in der Nordwestaue können, wie im Hochwasserschutzkonzept 2004 beschrieben, direkt per Ringdeich gesichert werden, sofern sie überhaupt bei den kleinen Flutungen betroffen sind. Auf jeden Fall würden sie bei den unvermeidlichen großen Hochwässern wie 2011 und 2013 davon profitieren.“

„Die Geländehöhe hinter dem Wehr lässt die Absenkung der Wehrschwelle mindestens auf Höhe der Grabensohlen (ca. einen Meter tiefer) zu. Das können sich alle Leipziger selbst ansehen.“

Öffentlichkeitsarbeit

Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.
im Haus der Demokratie Leipzig
Bernhard-Göring-Str. 152 | 04277 Leipzig

Tel. 0341-3065-185 | Fax -179

www.oekoloewe.de | www.umweltbibliothek-leipzig.de
www.facebook.de/oekoloewe | www.twitter.com/oekoloewe