Ökolöwe bedauert unnötige Wasserpflanzen-Mahd im Floßgraben

12. Februar 2015

flossgrabenIm Floßgraben beginnen wieder umfangreiche Wasserpflanzenentnahmen und Mäharbeiten. Da Paddler und Kanuten mit der schönen und eindrucksvollen Wasserpflanzenwelt keine Probleme haben, kann die Entkrautung einmal mehr als Maßnahme zur Förderung des Motorbootsverkehrs in dem beliebten und sensiblen Auwaldgewässer gewertet werden. Gründe dafür sind in den Plänen des Amtes für Stadtgrün und Gewässer Leipzig und verschiedener Tourismusfördervereinigungen zu finden. Nach ihrem Willen sollen zukünftig auf dem Gewässer bis zu hundert Fahrten mit dem Leipzig-Boot und baugleichen Motorschiffen möglich werden. Diese Maßnahmen dienen leider einzig der intensiven Vermarktung des Auwaldes und der südlichen Seenlandschaft.

Grundlage für die seit Jahren angestrebte, intensive touristische Entwicklung von Leipzigs Seen und Flüssen ist das sogenannte Wassertouristische Nutzungskonzept für die Region Leipzig (WTNK) aus dem Jahr 2006. Das Problem: Dieses nie offiziell genehmigte Papier, dass weder der aktuellen Rechtslage noch den Anforderungen des hoch sensiblen Lebensraums im Floßgraben und den angrenzenden Auwaldbereichen gerecht wird, dient weiterhin als Planungsgrundlage. Es rechtfertigt neben dem im Dezember 2014 gestarteten und bald darauf durch den Ökolöwen gestoppten Pleißeausbau unter anderem auch die neuen Wasserpflanzen-Mähaktionen im Floßgraben.

Der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e. V. findet diese Planungskultur kurios und kritisiert die Sinnlosigkeit der Maßnahmen im Floßgraben. „Nach der Einstufung der Naturschutzbehörden und der anerkannten Naturschutzvereinigungen kann und soll es auf dem Floßgraben keine allgemeine Schiffbarkeit und damit keine Motorboote geben. Somit ist die Mahd der Wasserpflanzen grundsätzlich sinnlos“, so Kristina Dietrich, Projektleiterin Umweltpolitik & Naturschutz beim Ökolöwen.

Auch aus artenschutzrechtlichen Gründen wurde die Mäh-Maßnahme bereits als schädlich bewertet: „Die Stadt Leipzig hatte 2012 extra ein limnologisches Gutachten in Auftrag gegeben. In diesem Gutachten werden die Mäharbeiten im Floßgraben und auch jegliche Befahrungen mit Motorbooten als schlecht für den Artenschutz und die Biodiversität im Gewässer eingestuft“, erinnert Dietrich.

Betroffen von der Wasserpflanzen-Mahd und den Gewässerausräumarbeiten sind neben den Larven der Grünen Keiljungfer und der blaugeflügelten Prachtlibelle auch streng geschützte Fischarten wie der Bitterling. Eng wird es ganz aktuell auch für den Hecht (Rote Liste Art), dessen Laich mit der Pflanzenentnahme vermindert werden kann.

Dietrich: „Im Floßgraben entwickelt sich gerade eine artenreiche und streng geschützte Unterwasser-Vegetation. Es ist schade, dass diese positive Entwicklung des Lebensraums Floßgraben nun per Ausmähen und Entkrauten unterdrückt werden soll, damit Schiffsschrauben künftig frei drehen können.“


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