Das soll gefeiert werden…

20. Oktober 2018

Ein kleiner Schritt, den “fiskalischen Spezialisten” des Umweltdezernates abgetrotzt: nachdem die L-IZ berichtete (link s.u.), dass der Ökolöwe via Pressemitteilung (s.u.) die Öffentlichkeit in Kenntnis setzt, dass er in Zusammenarbeit mit Stadtforsten und auf neuer Rechtsgrundlage dafür sorgen wird, dass die alten Starkbäume im Auwald stehen bleiben dürfen, weil dort (ganz neue Erkenntnis) der Naturschutz Vorrang habe, fanden wir folgenden Kommentar dazu:

Guten Morgen, lieber Ökolöwe!: Die Rechtslage ist schon sehr sehr lange so, dass bei Maßnahmen, die mit Eingriffen in EU-Schutzgebieten statt finden sollen, geprüft werden muss, ob diese den Erhaltenszielen zuwider laufen. Viele Jahre Eurer naturschutzfachlich beratenden Arbeit in der geschlossenen Veranstaltung AG Stadtwald sind ins Land gegangen, ohne dass Ihr auf die Idee gekommen wäret, dass der Naturschutz im geschützten Auwald Vorrang haben sollte: gerade noch habt ihr an der Nonne zusammen mit der Stadt Leipzig feierlichst und stolz Schilder enthüllt, auf denen den Bürgern erklärt wird, wie wichtig und nützlich die Kahlschläge dort sind. Der NuKLA-Verein kündigt nun, nach erfolglosem Bemühen, im klärenden Gespräch und mit allen gemeinsam eine Veränderung im Umgang mit den Holzeinschlägen im Auwald zu erreichen, nun mal recht(lich) zur Sache kommen zu wollen, und schwubs gibt es eine ganz neue Rechtslage, die ganz allein der Ökolöwe mit dem Stadtförster aus dem Ärmel zaubert, um zumindest verbal eine Wende um 180 Grad zu verkünden und als Retter des Auwaldes in den Ring zu reiten. Fein gemacht!

Unser Foto zeigt die Enthüllung jener Schilder (anwesend u.a. eine Vertreterin des Ökolöwen), auf denen die Stadt Leipzig die großflächigen Holzeinschläge an der Nonne den inzwischen ziemlich empörten Bürgern “erklärt”, rechtfertigt und bekannt gibt, dass diese forstwirtschaftlichen Maßnahmen unter Zustimmung alleranerkannten Leipzigzer Naturschutzverbände geschehen ist. Die Grüne Lige Sachsen, deren Mitglied NuKLA ist, hat daraufhin Beschwerde bei der Stadt Leipzig eingelegt und dies aufgefordert, diesen Text umgehend zu ändern: die Grüne Liga Sachsen hat zu keinem Zeitpunkt zu diesen Maßnahmen ihre Zustimmung gegeben – obgleich der Ökolöwe, der damals noch Mitglied der Grünen Liga war, dazu seineZustimmung gegeben hat.

Seit vorigem Jahr arbeitet NuKLA daran, dass es keine Forstwirtschaft mehr im Auwald gibt. REchtliche Schritte werden seit Dezember geprüft und vorbereitet. Ein naturschutzfachliches Gutachten wurde erarbeitet und liegt inzwischen vor. Die beauftragte Anwaltskanzlei  fand in diesem Prozess heraus, dass im von ihr geprüften Zeitraum (10 Jahre) in keinem Fall die Forstwirtschaftspläne der Stadt Leipzig, wie rechtlich vorgeschrieben, durch den Stadtrat bestätigt wurden: man hat einfach gefällt, wie man wollte, ohne Kenntnis darüber, wo auf den EU-geschützten Flächen Habitate und/oder geschützte Arten dadurch beeinträchtigt werden. Dass jetzt überhaupt dem Stadtrat eine Vorlage zum Forstwirtschaftsplan 2018/19 vorgelegt wird, ist das Ergebnis der Arbeit von NuKLA. Um welche Mengen an Holz es dabei geht, erschließt sich darin dem Laien nicht, präzise Angaben zu den genauen Eingriffsstellen fehlen, naturschutz-fachliche Bestandsaufnahmen ebenfalls. Jetzt Eingriffe vornehmen und sich dafür die Bestätigung des Stadtrates einholen zu wollen, geht also gar nicht. Sich jetzt, wo aufgrund von NuKLAs Aktivitäten bezogen auf die Fällmaßnahmen die Luft knapp wird, in trauter Gemeinschaft mit Stadtforsten als Auwaldretter zu präsentieren, nach man über Jahre den nicht legitimierten (also illegalen) Abholzungen zugestimmt und sich keinen Deut um die Bäume im Auwald gekümmert hat, ist kühn.

https://www.l-iz.de/politik/engagement/2018/10/Oekoloewe-bestaerkt-die-Forderung-nach-einer-Oeffnung-des-Auenwaldes-fuer-die-Gewaesser-239481

Hier die Presseerklärung des Ökolöwen: PM_Ökolöwe_Schutz des Auwaldes steht an erster Stelle

Dieses wäre ein  Gewinn könnte sich der Leipziger OBM dazu durchringen: https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2018/10/Das-Luebecker-Modell-ein-Vorbild-fuer-Waelder-in-Deutschland-und-Europa-23926