Nachhaltig Wirtschaften

Unter nachhaltigem Wirtschaften versteht die GRÜNE LIGA Sachsen, die Bedürfnisse der heutigen Zeit so zu befriedigen, dass nachfolgende Generationen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches System vorfinden und somit dieselbe Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise definiert die GRÜNE LIGA für die verschiedenen Bereiche wie folgt:

Für den sozialen Bereich sind die Ziele des nachhaltigen Wirtschaftens
eine gerechte Verteilung der Lebenschancen, die Einhaltung der
Menschenrechte und Bildung für alle.

Für den Bereich der Umwelt sehen wir die Ziele in einer ressourcen-
schonenden Wirtschaftsweise und dem Schutz der Umwelt.

Für ein ökonomisch stabiles System sind Preisstabilität, Gleichgewicht des Marktes und ein hoher Beschäftigungsgrad die Ziele eines nachhaltigen Wirtschaftens.

 


 

Waldstrategie 2050 – Positionen der GRÜNEN LIGA

KirnitzschtalDie GRÜNE LIGA Sachsen e.V. begrüßt grundsätzlich die Erarbeitung eines solchen Strategiepapiers für die Waldentwicklung im Freistaat Sachsen, sieht aber große Defizite beim Naturschutz und Nachbesserungsbedarf bei widersprüchlichen Zielsetzungen.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung kann nicht gleichzeitig die Holzerzeugung auf hohem Niveau festschreiben, Wiederbewaldungen auf landwirtschaftlichen Flächen ausschließen und „vielfältig nachgefragte Waldökosystemdienstleistungen“ erbringen.

Die GRÜNE LIGA empfiehlt den Verzicht auf die geplante Erschließung kleiner und kleinster Privatwälder für die Holzerzeugung. Gerade diese Wälder bilden heute die wertvollsten Naturräume im Wald. Die heute den sächsischen Staatsforst „dominierenden strukturarmen, einschichtigen, mittelalten Nadelbaumreinbestände“ sollten gezielt in Mischwaldbestände umgebaut werden, wenigstens 10 bis 15 % der Waldfläche sollten einer natürlichen Entwicklung ohne Holznutzungsambitionen überlassen werden. Eine Verknappung des Holzangebots durch Bereitstellung von Waldfläche für den Naturschutz hat darüber hinaus das ökonomische Ergebnis, dass die Beschäftigten im Wald einen höheren Ertrag für ihr Produkt erlösen können und so der Reinertrag pro ha steigt.

Die geplante Personalreduktion beim staatlichen Forstbetrieb sollte mit einer Reduktion der Holzerzeugung in Naturwaldzellen verbunden werden.
Der Eingriffsausgleich darf nicht zum Betrug an der Natur werden. Die heutige Praxis, 1 Hektar Flächenversiegelung mit der Aufforstung von 0,27 Hektar Wald auszugleichen ist nicht akzeptabel, weder für den Wasser- noch für den Bodenhaushalt. Allein zum Ausgleich der fehlenden Versickerung müssten 3 Hektar Wald für 1 Hektar Versiegelung aufgeforstet werden kommt (Berechnung nach Abflussbeiwerten).

Das Waldmehrungsziel von 30 % der Landesfläche ist mit den naturschutzrechtlichen Regelungen zum Ökokonto als Erfolgsfaktor „zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme“ nicht vereinbar. Eine Streichung der entsprechenden Passage ist zwingend notwendig, so man die Zielstellung der Waldmehrung noch in diesem Jahrhundert umsetzen möchte.

Waldumbaumaßnahmen die naturferne Monokulturen mittelfristig in naturnah bestocke Wälder verändern sind keine Ausgleichsmaßnahmen, sondern gute Forstwirtschaftliche Praxis, die nicht zulasten der Natur subventioniert werden muss.

Das Waldmehrungsziel des Freistaates Sachsen von 30% der Landesfläche findet die vollste Unterstützung der GRÜNEN LIGA Sachsen. Die für die Erreichung dieses Ziels notwendigen  30.000 ha bisher unbewaldeter Flächen können aber nicht durch eine Bepflanzung innerstädtischer Brachen aufgebracht werden kann. Deshalb irritieren die Aussagen in der Waldstrategie 2050, die den Eindruck vermitteln, die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen weitgehend ausschließen zu können. Wenn es heute möglich ist, die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in Sachsen für den Anbau von Energiepflanzen zu nutzen, muss auch eine Nutzung weniger Anteile landwirtschaftlicher Flächen für Waldmehrung und Naturschutz möglich sein.

Planerische Vorgaben, in welchen Regionen nicht aufgeforstet werden soll, sind kontraproduktiv und sollten nicht in die Waldstrategie 2050 aufgenommen werden.
Nutzungsfreie Naturwaldzellen sollten perspektivisch von der Grundsteuer befreit werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Waldeigentümer, die ihre Flächen der Natur zur Verfügung stellen, noch steuerlich „bestraft“ werden.

Gegenwärtig dominiert ein Trend hin zur forstlichen Erschließung und Nutzbarmachung auch scheinbar kleiner Flächen bzw. schwer zugänglicher Lagen. Dieser Trend sollte im Interesse eines landesweiten Netzes forstlich ungenutzter bzw. nur sehr extensiv genutzter Waldflächen gestoppt werden. Die Akzeptanz für die Forstwirtschaft steigt, wenn nicht überall forstliche Aktivitäten zu verzeichnen sind. Schlussendlich braucht der Mensch auch Orte der Ruhe und räumlichen Stabilität. Die Siedlungen und agrarisch geprägten Landschaften unterliegen im Vergleich zu früher einem viel größeren Wandel in immer kürzeren zeitlichen Abständen durch Aufbau-, Neubau- und Abrissaktivitäten jeglicher Art. Der heimatverbundene Mensch kann heute nicht mehr davon ausgehen, dass im Laufe seines Lebens sein Umfeld weitgehend so erhalten bleibt, wie er es aus seinen Kindertagen kennt. Die Folge ist ein Gefühl der Entwurzelung.  Wildnisflächen können diesen Entwurzelungsprozess abmildern. Auch aus diesem Grunde sollte in der Waldstrategie 2050 eine Zielstellung von 10 bis 15 % ungenutzter Waldfläche formuliert und nicht nur auf die Großschutzgebiete Sachsens begrenzt werden.

 

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